Office vs. Feelgood Management

Aus aktuellem Anlass möchten wir uns gerne einmal zu dem Thema richtige Jobbezeichnung äußern. Denn bei unserer Akquise fällt uns immer wieder auf, dass der Begriff Feelgood Management fälschlicher Weise als hippe Bezeichnung für Office Management genutzt wird. An dieser Stelle möchten wir gerne darauf aufmerksam machen, dass ein Feelgood Manager ein eigenständiger Beruf ist. Und auch die Kombination von einem Office Manager und einem Feelgood Manager ist nach unserer Auffassung nicht ratsam. Schauen wir uns doch einmal genauer an warum wir dieser Auffassung sind.

Was macht denn eigentlich ein Office Manager bzw. eine Office Managerin?

    • Verwaltung des gesamten Telefonverkehrs
    • Terminierung
    • Posteingang, Postausgang
    • Material- und Raumverwaltung
    • Vor- und Nachbereitung von Meetings
    • Vorbereitende Buchhaltung 
    • Reisekostenabrechnung
    • Textverarbeitung / Schriftverkehr

Was macht ein Feelgood Manager bzw. eine Feelgood Managerin? 

    • Ist-Aufnahme
    • Aktiv zuhören und Probleme analysieren
    • Feedbackgespräche führen
    • Maßnahmen zum Wohlbefinden aller Mitarbeiter erarbeiten und umsetzen
    • Gesundheitstage und Team-Events organisieren
    • Onboarding und Offboarding der Mitarbeiter
    • Unterstützung bei der Personalentwicklungsplanung
    • Changemanagement
    • Gesundheitsberatung und Prävention

Wo gibt es Schnittpunkte der beiden Berufe?

Beide Manager/innen sind in der Regel der erste Ansprechpartner für die Mitarbeiter und die gute Seele des Unternehmens. Eventuell gibt es auch noch kleine Überschneidungen im Bereich Event-Organisation für einzelne Teams oder kleinere Feiern. Unserer Meinung nach ist da aber auch schon Schluss. Im Office Management werden kaufmännische Kenntnisse benötigt, im Feelgood Management hingegen Wissen aus dem Gesundheitsmanagement, psychologische und pädagogische Kenntnisse sowie Projektplanung und das wohl wichtigste: Empathie und Erfahrung. 

Nehmen wir uns mal ein Bespiel dazu: 

Eine junge Office Managerin wird gleichzeitig auch als Feelgood-Managerin eingestellt und soll sich nicht nur um die Organisation des Büros, sondern auch um die Probleme der Mitarbeiter kümmern. Sie sitzt nun also an ihrem Arbeitsplatz und kontrolliert Rechnungen, da kommt der erste Mitarbeiter zu ihr und möchte sich mit ihr über Probleme mit der Teamleitung unterhalten. Sie setzen sich zusammen und unterhalten sich 3 Minuten, bis das Telefon klingelt. Nun ist es aber ihre Aufgabe, eingehende Telefonanrufe entgegen zu nehmen. Sie muss das Gespräch also unterbrechen, an ihren Platz zurück kehren und einen Termin mit dem Anrufer vereinbaren. Danach geht sie zurück in das Gespräch, bis sie das nächste Mal gestört wird. Nun kommt auch nach einigen ähnlichen Gesprächen mit anderen Mitarbeitern heraus, dass einige mehr ein Problem mit der Führungskompetenz der Teamleitung haben. Jetzt liegt es an ihr, mit der Teamleitung zu reden, um die Probleme der Mitarbeiter mit dieser aus der Welt zu schaffen. Wie genau sie das nun aber anstellen soll, weiß sie nicht. Denn Feedback-Gespräche gehören eher in die Management-Aufgaben. Auch fehlt ihr das pädagogische Hintergrundwissen, wie sie das nun anstellen soll, ohne dass der Teamleiter sich angegriffen fühlt, denn das macht die Situation für niemanden besser. Sie steht unter Stress! Nicht nur, weil sie ständig aus ihrer Arbeit gerissen wird, sonder auch, weil sie nicht weiß, wie sie die offensichtlich angespannte Situation mit der Teamleitung klären soll. 

Genau dieses Beispiel ist der Grund, warum wir sagen: Office Management ist eben nicht gleich Feelgood Management. Auch wenn dieser Begriff in Deutschland noch recht neu erscheint, er ist ein eigenständiger Beruf. Man verlangt ja auch nicht von der Buchhaltung nebenbei noch den Vertrieb mit abzudecken. Wir gehen sogar noch ein Stück weiter und behaupten, dass es in einigen Fällen sogar besser ist, einen externen Feelgood Manager einzustellen. Jemanden, der eine ganz unbefangene Sicht auf das Unternehmen, die Mitarbeiter und die Arbeitsabläufe hat. Warum halten wir das für so wichtig? Externe Berater sind nicht emotional an die Mitarbeiter gebunden, außerdem erkennen Experten (die viele Erfahrungen in verschiedene Strukturen, Unternehmen und Branchen haben) die Schwachstellen sehr schnell. 

Daher unser Appell: Bitte schreibt die Stelle als Feelgood Manager/in nur aus, wenn ihr wirklich jemanden in diesem Bereich sucht.