We are women

Der 8. März steht im Zeichen der Frauen!

Wir haben nahezu täglich Einblicke in verschiedene Unternehmen und haben das große Glück, uns mit vielen Menschen über ihre Arbeit unterhalten zu dürfen. Dabei fällt uns leider immer wieder auf, dass auch Sexismus und Mobbing eine ziemlich große Rolle in unserer heutigen Arbeitswelt spielen. Da wir ebenfalls Frauen sind und selbst schon von dieser Art Rassismus betroffen waren, haben wir bereits im vergangenen Jahr einen Workshop mit dem Titel “Zwischen Sexismus und Fachkompetenz” entwickelt. Den konnten wir auch bereits erfolgreich in Berlin durchführen. Im Rahmen dieses Workshop sind wir den Gründen für Sexismus in der Arbeitswelt nachgegangen und haben einmal sehr genau hingeschaut und recherchiert. Anlässlich des Frauentags möchten wir euch heute einen kleinen Einblick in unseren Workshop und unsere Recherche-Ergebnisse geben.

Was ist Sexismus überhaupt?

Der Begriff stammt ursprünglich aus Amerika und setzt sich aus den Wörtern Sex und Rassismus zusammen. Dabei bedeutet Sex im amerikanischen allerdings nicht Geschlechtsverkehr, wie im Deutschen. Im Englischen steht Sex für das Geschlecht. Sprich, Sexismus bedeutet, dass ein Mensch aufgrund seines biologischen Geschlechts benachteiligt wird. In den meisten Fällen sind davon nach wie vor Frauen betroffen. Da dieser Begriff in den 1960er Jahren, im Zuge der Frauenbewegung entstanden ist, ist das nicht unbedingt verwunderlich. Das bedeutet allerdings nicht, dass von Sexismus nicht auch Männer betroffen sein können. Denn: Frauen und Männer nehmen sich beim Thema Sexismus überhaupt nichts! Auch darüber muss offen gesprochen werden. Nur hat es in den allermeisten Fällen nicht die gleichen negativen Auswirkungen für den Mann. Denn wir müssen leider sagen, dass Frauen auch im Jahr 2020 nicht in jedem Punkt gleichberechtigt sind, Frauenbewegung hin oder her. Wir haben noch immer weniger Rechte, bekommen noch immer weniger Geld und werden noch immer oft auf unser Äußeres reduziert. Auch im Sprachgbrauch finden wir nach wie vor Sexismus. Hast du dir jemals Gedanken über die beiden Wörter “herrlich” und “dämlich” gemacht?  

Diese ganzen Tatsachen stehen auch ehrlich gesagt nicht unbedingt im Einklang mit unserem deutschen Grundgesetz. Denn Artikel 3, Absatz 2 besagt folgendes: Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Weiter heißt es, dass niemand wegen seines Geschlechts benachteiligt werden darf. Die Realität sieht da jedoch leider ein wenig anders aus…

Wir sprechen auch sehr gerne über das Thema Frauenquote. 2015 wurde ein Gesetz beschlossen, welches große Unternehmen dazu verpflichtet, mindesten 30 Prozent der Aufsichtsräte mit Frauen zu besetzen. Das hat einen ganz interessanten Hintergrund. Es gibt viele Studien, die genau diesen Fall untersucht haben. Was passiert nämlich, wenn mindesten 30 Prozent der Managementebene von Frauen besetzt wird? Ein ziemlich aktuelle Studie “Women in Business & Management” aus dem Jahr 2019 der ILO ist zu dem Ergebnis gekommen, dass sich die Unternehmensperformance verbessert und der Gewinn um 5 bis 20 Prozent steigt, wenn mindestens 30 Prozent der Führung von Frauen besetzt sind. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam 2016 eine Studie des Peterson Institut for International Economics. Außerdem gibt es deutliche Verbesserungen in den Bereichen Kreativität, Innovation, unternehmerische Offenheit, Außenwirkung sowie Risikominimierung. Es macht also unternehmerisch gesehen durchaus Sinn die Führung mit mindestens 30 Prozent Frauen zu besetzen. Muss das allerdings durch ein Gesetz geregelt werden? Wenn du uns fragst: Nein! Die Denkweise in den Köpfen muss sich ändern. Oder glaubst du etwa, ein Gesetz macht es den Frauen leichter in diesen Positionen? 

Es gibt auch eine ganz entscheidende Herausforderung für Frauen, die gerne in eine Führungsposition aufsteigen möchten: Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Ein wesentlicher Punkt im Leben einer Frau ist die Entscheidung, ob sie eine Familie gründen möchte. Statistisch gesehen fallen die Entscheidung der Familiengründung und die Entscheidung in einer Führungsposition aufzusteigen ungefähr in den gleichen Zeitraum. Wohlgemerkt statistisch gesehen. Dies Entscheidungen fallen nämlich sehr oft in die Zeit zwischen dem 30. und dem 35. Lebensjahr einer Frau. Für Männer stellt diese Entscheidung keinerlei Herausforderungen im Leben dar. Sie müssen sich nicht zwischen Karriere und Familie entscheiden und können problemlos beides haben. Wobei wir hier natürlich nicht unbeachtet lassen wollen, dass die Zahl der Männer, die sich bewusst als Vater für die Elternzeit entscheiden, von Jahr zu Jahr ansteigt. Das finden wir großartig!

Wir könnten noch stundenlang weiter schreiben. Aber an dieser Stelle wollen wir unsere Rechercheergebnisse erst einmal stoppen. Ja, es ist ein höchst interessantes Thema mit dem wir uns unglaublich gerne beschäftigen. Und das auch sehr gerne im Austausch mit Männern. Denn für alle, die jetzt denken: Noch mehr Alice Schwarzer Hetze gegen Männer. Das ist nicht ganz richtig. In unserem letzten Workshop war ein Mann anwesend. Nicht nur das, er hat uns auch unglaublich tolle Einblicke in seine Welt gegeben. Ja, auch er hatte Beispiele für uns, bei denen er von Sexismus betroffen war. Und genau das wollen wir in unserem Workshop zu diesem Thema auch erreichen: Voneinander lernen und den Austausch anregen. Denn nur so können wir alle lernen, besser mit diesem sehr sensiblen Thema umzugehen. 

Wenn du jetzt sagst “Hey, das klingt alles super interessant”, dann bist du herzlich dazu eingeladen, bei einem unserer nächsten Workshops dabei zu sein. Die Termine findest du hier: http://wealthsangels.eventbrite.com/

Du kannst uns auch gerne und jederzeit schreiben, wenn du Anregungen oder Fragen zu diesem Thema hast. Wir freuen uns sehr auf den Austausch mit dir. 

Nun wünschen wir allen wunderbaren Frauen auf dieser Welt aber erst einmal einen wundervollen Frauentag!